Moritz Willms als Helfer bei der Fußball WM 2006

MW 2006, Allgemein

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Die „Solinger Morgenpost“ schreibt am 17.06.06:

Mit etwas Glück live im Stadion

Moritz Willms ist einer von 15000 freiwilligen Helfern, die hinter den Kulissen zum Gelingen der Fußball-WM beitragen. Der Badminton-Spieler hat sich spontan beworben – und ist jetzt bei fast jedem Spiel in Köln dabei.
../images/moritz_stadion.jpgVon Sebastian Brinkmann. Um sieben Uhr heute Morgen stand Moritz Willms wieder an seinem Posten: Der Solinger kontrolliert die ankommenden und abfahrenden LKW am Kölner Stadion. „Bis sechs Stunden vor dem Spiel dürfen Transporter die Schranke passieren und ich prüfe, ob die Fahrer und ihre Fracht korrekt angemeldet ist“, erklärt der 25-jährige Volunteer. Mit 15000 Kollegen aus 41 Ländern sorgt Willms dafür, dass rund um die WM-Stadien alles glatt läuft. Vor der heutigen Begegnung zwischen Tschechischer Republik und Ghana ist er wieder im Einsatz. Anpfiff ist um 18 Uhr, also muss bis Mittag alles im Stadion sein. „In erster Linie sind das Speisen, Getränke und Blumen für die VIPs und die normalen Stadion-Besucher. Aber auch Kamera-Teams bringen ihre Geräte rein“, sagt Willms. Da nach dem Spiel auch alles wieder wegtransportiert wird, dauert ein Arbeitstag manchmal 17 Stunden.

Geld gibt es für den schweißtreibenden Job nicht, dafür aber viele Freundschaften und ein umfangreiches Programm für die

Mit 1,96 m Größe behält Moritz Willms am Kölner WM-Stadion jederzeit den Überblick und kann auch den Fans (hier aus Portugal) zeigen, wo’s lang geht Foto: ST

Freiwilligen aus aller Welt. Und natürlich eine Ausrüstung. „Wir haben Polo-Shirts, Schuhe, eine Regenjacke, zwei Taschen und eine Baseballmütze bekommen“, berichtet Willms. Natürlich alles vom WM-Sponsor Adidas. Andere Marken dürfen die Helfer während der Arbeitszeit nicht am Leibe tragen.
„Ich habe vor rund zwei Jahren von diesem Volunteer-Programm auf der Fifa-Website gelesen und mich spontan beworben“, erinnert sich der begeisterte Badminton-Spieler. Mit einer Einladung zum Vorstellungsgespräch hatte er nicht gerechnet. „Und dann bekam ich auch noch die Zusage. Im vergangenen Jahr war ich so beim Confed Cup dabei und jetzt bei der WM“, sagte der 25-Jährige. Während er beim Confed Cup dem Fahrdienst zugeteilt wurde, darf er jetzt direkt am Stadion arbeiten. „Beim Fahrdienst habe ich viel Zeit in Hotels verbracht und auf die Fifa-Mitglieder gewartet, die ich fahren sollte“, erinnert er sich. Jetzt hat er mehr Glück: Da während des Spiels die Tore für Transporter verschlossen sind, hat er schon ein Spiel live erlebt.
„Unsere Chefs schauen, ob noch Plätze frei sind und dann dürfen wir – natürlich ohne die offiziellen T-Shirts – auf die Tribüne“ freut sich Willms, der nebenbei auch stellvertretender Vorsitzender im Badminton-Verein BSC-DJK ist. Bei der Begegnung Togo gegen Frankreich ist er auch wieder im Einsatz: Dann lotst er die Besucher zu ihren Plätzen – und kann im Anschluss das Spiel gucken.

 

 

INFO

50 000 Bewerber
Der Andrang für das Volunteer-Programm bei der Fussball-WM war groß: 50000 Bewerbungen gingen online bei der Fifa ein. Daraus wählte der Fußball-Weltverband in Bewerbungsgesprächen 15000Freiwillige (engl. Volunteer) aus. In Schulungen wurden sie auf ihre Arbeit vorbereitet. „Wir sind überwiegend junge Leute, aber wir haben auch Senioren in unseren Reihen. Der ein oder andere hat sogar schon die WM 74 erlebt und ist seither bei jeder WM dabei gewesen“, berichtet Volunteer Moritz Willms.